Spieltage 7 und 8: Keine Aufstiegschancen mehr nach zwei Niederlagen

Die Spieltage 7 und 8 in der Main-Taunus-Liga brachten, nach einer Erfolgsserie von 6 Siegen und damit Tabellenplatz 1, zwei deutliche Niederlagen im Heimspiel gegen SC Frankfurt-Höchst 1 und der dritten Mannschaft vom SV Hofheim (auswärts).

Das Heimspiel gegen Hoechst, bis dahin der Hauptverfolger auf Rang 2, ging sang- und klanglos 2:6 verloren. Fast in Bestbesetzung (Marius musste ersetzt werden) sah es bereits früh nach einer schwierigen Aufgabe aus, da Bernd (an Brett 8) seine Partie schnell nach komplizierten Verwicklungen verloren geben musste, Andreas ebenfalls schon vor sehr große Verteidigungsaufgaben gestellt war (die er ebenfalls nicht lösen konnte) und es an allen anderen Brettern nach knappen Ausgängen aussah. Nur Thorsten und Matthias konnten an diesem siebten Spieltag punkten. Die Partien von Luis, Heinz-Gerhard, Thomas und Günter gingen nach längerem Kampf jeweils verloren, sodass schlussendlich das ernüchternde Ergebnis und der damit verbundene Abschied von Tabellenplatz 1 zu verbuchen war.

Damit war man also vor dem 8. Spieltag – gegen den Tabellenvorletzten Hofheim – und dem letzten Spieltag mit dem vermeintlich entscheidenden Spiel gegen Bad Soden in die Verfolgerrolle zurückgefallen. Leider fiel man am vorletzten Spieltag aber auch aus dieser Rolle (und aus allen Wolken), da gegen starke Hofheimer eine 3:5 Niederlage folgte die sämtliche Raunheimer Aufstiegschancen für die Landesliga zerstörte da zeitgleich Höchst seinen Siegeszug fortsetzte und damit für Raunheim uneinholbar auf Platz 1 verweilt

Auch diesmal geriet man sehr früh in Rückstand. Andreas (an 3) hatte eine Figur für mehrere Bauern gegeben, musste aber im druckvollen Angriffswirbel des Gegners seine Dame gegen eine Figur geben um ein Matt zu vermeiden, und sah kurz darauf die völlige Hoffnungslosigkeit der sich ergebenden Situation ein. Matthias geriet ebenfalls früh in eine schwierige Situation, die zwar materiell ausgeglichen war, aber durch einen Bauernvorstoß des Gegners auf der C-Linie jederzeit in eine verlorenes Endspiel zu driften drohte. Er versuchte dies durch Angriffe auf den gegnerischen König zu kompensieren, kam aber nach präziser Verteidigung des Gegners in eine unhaltbare Position, in der der gegnerische Springer in mehreren Taktiken mit spielentscheidenden Gabeln drohte. Nachdem alle Angriffsbemühungen nicht fruchteten und Figurenverluste unvermeidlich wurden stand es damit 0:2. Günter hatte zu diesem Zeitpunkt, beim Pausieren in der „Raucherecke“ des Spielortes, seinen Gegner gleich mit 2 Mobiltelefonen hantieren gesehen, und einen Protest eingelegt. Die Partie (in der es noch absolut ausgeglichen stand) war damit für Hofheim verloren, neuer Spielstand 1:2. Da Luis (an Brett 1) nach einem frühen Qualitätsgewinn seinen Gegner in einem Angriffswirbel sprichwörtlich überrannte und sehr souverän gewann, kam es zum zwischenzeitlichen 2:2. Allerdings sah es an keinem der verbliebenen Brettern zu diesem Zeitpunkt wirklich gut aus. Thorsten an Brett 2 hatte ein Endspiel mit Türmen und Bauern vor der Brust, das zwar was das Material betrifft fast ausgeglichen war, indem er allerdings mit einer beklagenswerten Bauernstruktur, einem abgesperrten König und einem meist passiven Turm keine Chance hatte, und nachdem es wirklich völlig hoffnungslos wurde, die gegnerischen Freibauern noch aufzuhalten, aufgab. Thomas an Brett 7 stand ebenfalls lange Zeit materiell ausgeglichen, allerdings war sein König dem Angriff der gegnerischen Schwerfiguren auf offenen Linien ausgesetzt, was letztlich zu komplexen Verwicklungen führte in denen er zuerst den Überblick, dann Material und schließlich die Partie verlor.

Beim Spielstand von 2:4 ruhten die Hoffnungen nun auf Kasra an Brett 8 und Heinz-Gerhard an Brett 5. Kasra hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über eine Stunde trickreich und geschickt eine Stellung verteidigt, in der er bestenfalls auf Remischancen hoffen konnte, da er früh eine Figur gegen 2 Bauern geben musste. Nach langen schwierigen Verwicklungen mit vielen Bauern und  Leichtfiguren auf dem Brett gelang es seinem Gegner aber schließlich seinen Vorteil in einen Sieg verwandeln. Es blieb, bei einem Spielstand von 2:5, die wohl dramatischste Partie des Tages. Heinz-Gerhard hatte früh 2 Figuren in einen Königsangriff geopfert, dem allerdings immer ein Tempo fehlte um zum Matt verwandelt zu werden. Mit Dame und Turm hatte er allerdings bis zum Ende immer wieder Mattdrohungen kreieren können. Als seine Gegnerin schließlich zum Matt-Gegenangriff ansetzen konnte, war nun er es, der sich Drohungen von Dame und König ausgesetzt sah. Da durch seine korrekte Verteidigung die Schachgebote irgendwann ausgingen, übersah seine Gegnerin im nun notwendigen Verteidigungszug eine Abzugsschach, das ihn zuerst den gegnerischen Turm und dann noch den Läufer gewinnen lies. Da es ihm im Folgenden möglich war, einen Abtausch der restlichen Figuren zu erzwingen, und in ein klar gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln, gab seine entnervte Gegnerin schließlich auf.

Trotz diesem versöhnlichen Ende des Matches gegen Hofheim 3 bleibt unter dem Strich aber die Niederlage mit 3:5, die bedeutet, dass die Hoffnungen auf den Landesligaaufstieg um ein weiteres Jahr aufgeschoben werden müssen. Im kommenden Heimspiel gegen Bad Soden geht es für Raunheim 1 nur noch um Platz 2 in der Anschlusstabelle, da Höchst mit nun 3 Punkten Vorsprung uneinholbar auf Platz 1 liegt.

 

Günter Weber